Digitale Transformation

Digitale Transformation

Grundsätzlich ergeben sich die künftigen Herausforderungen der Industrieunternehmungen direkt, aber auch indirekt aus der fortschreitenden Digitalisierung bzw. der breiten Anwendung digitaler Technologien und dem damit einhergehenden grundsätzlichen Bedürfniswandel (besser, schneller, individueller, „smarter“, …).

Wie eine gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut IPA durchgeführte Studie belegt, führt diese Entwicklung dazu, dass

  • sich das Nutzerverhalten und Nutzenverständnis (empfundener Mehrwert) der Kunden und entsprechend die Bedarfe der Kunden schneller verändern werden.

  • es den B2B-Kunden vermehrt um vollumfängliche Angebote, bei denen nicht mehr das Produkt, sondern die Problemlösung („One-Stop-Shop“) im Vordergrund steht, geht und deshalb …

  • künftig die alleinige Weiterentwicklung der bestehenden Produktsortimente für die erforderliche (Wettbewerbs-)Differenzierung nicht mehr ausreicht, da …

  • wettbewerbsfähige Wertangebote einen größeren Lösungsraum (Gesamtheit der Problemlösungen für ein Wertangebot) benötigen und …

  • durch die zunehmende Integration von in der Vergangenheit getrennten Leistungen zu einem neuen Wertangebot, bzw. durch das gegenseitige Abstimmen mehrerer Produktsysteme, sich auch z.B. im Maschinenbau Ansätze von „System of Systems“ weiter durchsetzen werden.

  • in der Folge werden übergeordnete Wertangebote durch das Bündeln von in der Vergangenheit getrennten und neuen Wertangeboten und Leistungen entstehen, die in entsprechende Geschäftsmodelle eingebettet werden. Diese wiederum führen dazu, dass sich das Nutzerverhalten und Nutzenverständnis der Kunden und entsprechend die Bedarfe noch schneller verändern.

Durch diesen sich selbstverstärkenden Prozess nimmt die Geschäfts- und Wettbewerbsdynamik zu; was eine Veränderung der Wettbewerbssituation zur Konsequenz hat.

Dadurch vollzieht sich der signifikante Umgestaltungsprozess der »Digitalen Transformation« in der Industrie, in deren Verlauf sich die Unternehmen und deren Liefer- und Wertschöpfungssysteme bis zum Endkunden verändern.

 


Die Implikationen sind

  • eine stärkere Kundenorientierung der Unternehmen, um frühzeitig die künftigen Bedürfnisse antizipieren zu können
  • ein größerer Lösungsraum für wettbewerbsfähige Wertangebote (Systemangebote, System of Systems, One-Stop-Shop)
  • das Verschwimmen der Branchengrenzen (branchenübergreifende Wertangebote)
  • die Zunahme der Komplexität (sowohl strukturell durch die Systemarchitektur als auch durch schwer vorhersagbarem oder zu kontrollierendem Verhalten der Beteiligten)
  • die Änderung der Industrielogik dahingehend, dass zunehmend entsprechende Wertangebote gemeinsam von Partnern aus unterschiedlichen Branchen, welche auf „Augenhöhe“ mit einer hohen Interaktionsintensität kooperieren, angeboten werden und dadurch (Struktur-)Business Ecosystems (Struktur-BES) entstehen
  • Änderung der Kundenzugänge. Wie z.B. durch das Entstehen von Business Ecosystems, oder das sich neue Player wie Intermediäre durch das Bündeln von unterschiedlichen Wertangeboten zu einem übergeordneten Systemangebot zwischen den etablierten Herstellern und deren Kunden positionieren

 


Die Konsequenzen sind

  • eine Veränderung der Strategie, wie z.B. optional Geschäftsmodelle mit Dritten in Struktur-Business Ecosystems
  • eine strategische und organisatorische Agilität und Beidhändigkeit der Unternehmen, um sich im Zuge des Umgestaltungs­prozesses der Industrie und der kompletten Liefer- und Wert­schöpfungs­kette bis zum Endkunden entsprechend anpassen zu können.
    Dies erfordert:
    • eine kundenzentrierte organisatorische Ausrichtung
    • eine Unternehmensführung, welche die zum Teil sehr grundlegenden Veränderungen bis hin zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur trägt und eine erforderliche Befähigung und Stärkung der Mitarbeiter vorantreibt.